Hintergrundinformationen

Wozu ein Kurs für Eltern in Trennung?

Eine grosse Anzahl von Forschungsergebnissen weisen darauf hin, dass Elternkonflikte den grössten Risikofaktor im Trennungsprozess auf die Entwicklung der Kinder darstellen, d.h. besonders belastend wirken sich Konflikte dann auf die Kinder aus, wenn sie lange anhaltenintensiv sind, mit feindseligem Verhalten einher gehen, die Kinder involvieren und ohne Lösung enden.

weiterlesen...

Interventionen wie Beratung und Mediation stellen nur teilweise diese Aspekte in den Mittelpunkt. In besonders strittigen Fällen beherrschten die individuellen Konfliktthemen zu sehr die Sitzungen, so dass edukative Elemente zu kurz kamen (z.B. Sensibilisierung für die Bedürfnisse der Kinder). Praktiker suchten daher nach einem die Beratung und Mediation ergänzenden Hilfsangeobt für Trennungsfamilien. Praktische Übungen (Rollenspiele, Gruppenarbeiten und Transfer in den Alltag) sollten in einem Elternkurs verankert werden mit Blick auf Kompetenzerwerb und Festigung. Erfahrungen aus den USA zeigten, dass ein "gemischtes Gruppensetting" mit Eltern unterschiedlicher Eskalationsniveaus sowie die Möglichkeit soziale Kontakte zu knüpfen, sich als wichtige Ressourcen erweisen. 

Wie profitieren Eltern und Kinder?

Das Forschungsprojekt "Kinder im Blick" wurde von der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt und seit ca. Mitte 2005 begleitet.

weiterlesen...

Insgesamt zeigen sich positive Effekte besonders signifikant in den Bereichen Wohlbefinden, Reduktion der Konfliktintensität, Konflikthäufigkeit und Erziehungsprobleme. Auf Kinderebene zeigten sich signifikant positive Veränderungen im Bereich Entwicklung. Hier profitierten die Kinder hinsichtlich ihrer Trennungsbewältigung einerseits durch die erhöhte Sensibilität der Eltern für die kindlichen Bedürfnisse aber auch durch das verbesserte Wohlbefinden der Eltern. 

 

Entwickelt von der Ludwig Maximilian Universität München LMU